Yvonne Jäger

Oberärztin, 2 Kinder

Mein berufspolitisches Engagement begann bereits in der Studienzeit, gegen deren Ende ich dem Marburger Bund beitrat. Zu Anfang meiner beruflichen Laufbahn lernte ich noch 36-Stunde-Dienste kennen. Dann wurde das Arbeitszeitgesetz geändert und es war „nur noch“ eine maximale Arbeitszeit von 24 Stunden am Stück möglich. In der Folge war mein Schwerpunkt vor allem die Umsetzung des Arbeitszeitgesetztes. Denn ich musste lernen, dass einem Rechte nicht automatisch eingeräumt werden, „nur“ weil sie in einem Tarifvertrag oder Gesetz niedergeschrieben sind: Die korrekte und faire Erfassung der geleisteten Arbeits- und Dienstzeit war nicht überall selbstverständlich, so dass ich viel Energie auf deren Einforderung und der gelebten Umsetzung des Arbeitszeitgesetztes verwendete.

Ein weiteres mir persönlich wichtiges Thema liegt in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hier sollte man in meinem Augen vor allem auf verlässliche Arbeitszeitmodelle mit einem realistisch geplanten Zuständigkeitsumfang achten.

Aktuell gilt meine berufspolitischer Schwerpunkt der Umsetzung der Weiterbildungsordnung sowie dem Thema berufsbegleitende Fortbildung im Sinne eines lebenslangen Lernens. Ich denke, dass die eigene berufliche Zufriedenheit durch das Gefühl, „seinen Job gut zu machen“ erheblich gesteigert wird. Und hier schließt sich der Kreis: Um neben Zeit für die Familie, die für mich immer im Vordergrund steht, noch Zeit und Energie für Fort- und Weiterbildung zu finden, ist es nötig, dass sich die tägliche Arbeitszeit auch in dem gewünschten und mit dem Arbeitgeber vereinbarten Korridor bewegt. Hierfür lohnt es sich, sich zu engagieren, sich zu organisieren und seine Rechte einzufordern. Dafür will ich mich auch in Zukunft weiter engagieren.