Uni Frankfurt: Studientag fällt weg

Dekanat legt 300 Euro als PJ-Aufwandsentschädigung fest

Das Dekanat schreibt den Frankfurter Lehrkrankenhäusern eine PJ-Aufwandsentschädigung in Höhe von 300 Euro vor und streicht den Studientag. Diese Entscheidung ist Ende Januar auf einem Treffen der Akademischen Lehrkrankenhäuser, zu dem das  Dekanat auch Studierendenvertreter eingeladen hatte, getroffen worden, wie die Fachschaft Medizin in einer Pressemitteilung mitteilt.

Viele Studierende sind enttäuscht

„Nun wird also endlich auch der Einsatz der Frankfurter PJler monetär wertgeschätzt, nachdem ihnen jahrelang eine Aufwandsentschädigung durch das Dekanat vorenthalten wurde. Da die Höhe aber durch das Dekanat auf 300 Euro festgelegt wurde und diese damit deutlich unter der gesetzlichen Möglichkeit von 597 Euro blieb, waren viele Studierende enttäuscht. Nicht zuletzt auch deshalb, da gleichzeitig den Studierenden die bisher gewährte Selbstlernzeit abgesprochen wurde. Damit können die Entwicklungen in Frankfurt bestenfalls als ein Anfang interpretiert werden", sagt Jan Bauer, Studierendensprecher des Marburger Bundes und selbst Student in Frankfurt.

Frankfurt ist eine der letzten Unis

Dabei sei die Höhe nicht einmal das Hauptproblem, sondern vor allem die Umstände: „Als eine der letzten Universitäten in Deutschland kam die Entscheidung für die PJ-Aufwandsentschädigung erst mit einer Verzögerung von mehreren Jahren und auch nur aufgrund des erheblichen politischen und studentischen Druckes. Ich würde mir hier für die Zukunft eine proaktivere und prostudentischere Haltung wünschen", sagt Bauer.

Dies sieht auch die Fachschaft Medizin so. In der Mitteilung heißt es: „Dass die Uni Frankfurt sechs Jahre nachdem die meisten Unikliniken die Aufwandsentschädigung eingeführt haben, mit 300 Euro immer noch unter dem Bundesdurchschnitt liegen, zeuge nicht von Wertschätzung den Studierenden gegenüber.“ Zudem räume die Approbationsordnung es den Krankenhäusern selbst ein über die PJ-Aufwandsentschädigung bis zu 597 Euro zu entscheiden, eine Festlegung durch das Dekanat sei nicht vorgesehen.

Zum Vergleich: Die Medizinstudenten in Marburg erhalten seit Jahren eine Aufwandsentschädigung im PJ und haben einen Studientag pro Woche.

Weitere Informationen auf der Seite der Fachschaft Medizin www.gemeinsamelistemedizin.de

Foto: A. Arnold

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