Ergebnisse Weiterbildungsregister: Innere Medizin ist weiter Spitzenreiter

Wer sind die jungen Ärzte in Hessen? Wie planen sie ihre berufliche Zukunft? Um aussagefähige Daten zu erhalten, erfasst die Landesärztekammer Hessen im Weiterbildungsregister, die in Hessen tätigen Ärzte in Weiterbildung.

„Erfreulicherweise hat die hessische Delegiertenversammlung schon vor einigen Jahren in der Weiterbildungsordnung festgelegt, dass zur Weiterbildung befugte Ärztinnen und Ärzte verpflichtet sind, Daten für das Weiterbildungsregister zur Verfügung zu stellen. So können wir in Hessen mit validen Daten Entwicklungen bezüglich der Kollegen in Weiterbildung über mehrere Jahre nachverfolgen“, sagt Dr. Susanne Johna, Landesverbandsvorsitzende des MB Hessen.

Die Auswertung der Daten des Jahres 2016 (bis zum Stichtag 1. Oktober 2016 wurden 5.826 Ärzte in Weiterbildung von den Weiterbildungsbefugten gemeldet)  weist im Vergleich zu den früheren Erhebungen keine großen Unterschiede hinsichtlich der Altersstruktur, Wochenarbeitszeit und  des Tätigkeitsgebiets auf, wie es in einer Meldung der Landesärztekammer Hessen heißt.

Und doch ist eine neue Tendenz unübersehbar: Während die Mehrheit der Ärzte in Weiterbildung nach wie vor weiblichen Geschlechts ist (58 Prozent), steigt der Anteil der Männer kontinuierlich. Grund ist die wachsende Zahl männlicher ausländischer Ärzte in Weiterbildung – sie hat sich seit 2013 um 4 Prozent erhöht.

Der Altersdurchschnitt aller Ärzte in Weiterbildung in Hessen betrug 34,8 Jahre. „Dass das Durchschnittsalter weiter ansteigt ist besonders bemerkenswert – und gleichzeitig schockierend. Hier wird evident, was passiert, wenn ein großer Teil der Studienplätze über Wartezeiten vergeben werden. Es ist weder für den einzelnen Bewerber um einen Medizinstudienplatz noch volkswirtschaftlich sinnvoll mit dem Studium erst Jahre nach dem Abitur beginnen zu können. Eine Erhöhung der Medizinstudienplätze und eine Verbesserung der Zulassungskriterien sind dringend nötig. Es bleibt abzuwarten ob der Masterplan 2020 hier tatsächlich etwas bewirkt“, sagt Johna.

Wie in den vergangenen Erhebungsjahren war die Mehrheit der Ärzte in Weiterbildung im stationären Bereich tätig (84 Prozent), 9 Prozent der Ärzte arbeiteten im ambulanten Bereich, zu den 7 Prozent in „sonstigen Einrichtungen“ Tätigen zählten unter anderem Angestellte in Pharmaunternehmen oder bei einer Behörde. Die durchschnittlich vertraglich festgelegte Wochenarbeitszeit lag bei 37,7 Stunden pro Woche.

Auch die Verteilung der Ärzte in Weiterbildung nach Fachgebieten entsprach den Vorjahren: Die Mehrheit absolvierte die Weiterbildung in der Innere Medizin (29,2 Prozent), gefolgt von Chirurgie (18,8 Prozent) und Anästhesiologie (9,3 Prozent).

Seit 2013, dem Beginn der Aufzeichnungen, bleibt das Gebiet Innere Medizin Spitzenreiter unter den Tätigkeitsgebieten, dagegen weist die Allgemeinmedizin kontinuierlich den höchsten Anteil an unbesetzten Weiterbildungsstellen auf (2016 waren es 74 Prozent).

Wie die Registerdaten außerdem zeigen, erhöht sich der Anteil an Ärzten in Weiterbildung mit ausländischem Pass. Während im Erhebungsjahr 2013 rund 17 Prozent der Ärzte in Weiterbildung über einen ausländischen Pass verfügten,  hatten 2016 bereits 24 Prozent einen ausländischen Ausweis. Insgesamt ist der Anteil ausländischer Ärzte in Weiterbildung seit Beginn der Erhebung um 7 Prozent gestiegen. Vor allem der prozentuale Anteil von Nicht-EU-Bürgern ist gewachsen: seit 2013 um 12 Prozent. Bei der Auswertung fällt auf, dass die Ärzte in Weiterbildung mit ausländischer Staatsangehörigkeit überwiegend männlichen Geschlechts sind (54 Prozent).

Woher kommen die ausländischen Ärzte in Weiterbildung? Die Mehrheit verfügte mit 57 Prozent über eine Nicht-EU-Staatsbürgerschaft. Sie besaßen einen syrischen (12,1 Prozent), russischen (7,0 Prozent) oder ägyptischen (6,5 Prozent) Pass. 43 Prozent verfügten über eine EU-Staatsbürgerschaft und besaßen die rumänische Staatsangehörigkeit (26,4 Prozent), gefolgt von Griechenland (15,2 Prozent) und Bulgarien (11,8 Prozent).

Info:

Die nächste Erhebung des Weiterbildungsregisters folgt im Herbst 2017.

Autor: mn

 

Zurück