Frauenanteil in der Medizin steigt – gut so!

Lange Zeit war das Fach Humanmedizin eine Männerdomäne. Das hat sich in den vergangenen Jahren gründlich gewandelt: Der Anteil der Ärztinnen an der Gesamtzahl der berufstätigen Ärzte nähert sich der 50 Prozent-Marke, im Jahr 1991 lag er noch bei rund einem Drittel. „Ich finde es sehr erfreulich, dass immer mehr Frauen ihren Weg in die Medizin finden und dort Verantwortung übernehmen. Wie ihre männlichen Kollegen fordern sie bessere Arbeitsbedingungen in Praxen und Krankenhäusern, die flexible Arbeitszeiten und auch Teilzeitbeschäftigung ermöglichen.

Diese Forderung ist nichts typisch Weibliches, sondern der völlig berechtigte Anspruch einer jüngeren Generation von Ärztinnen und Ärzten, für den beruflichen Erfolg nicht das Privatleben opfern zu müssen. Deshalb ist der heutige Tag eine gute Gelegenheit, die Arbeitgeber im Gesundheitswesen daran zu erinnern, die Voraussetzungen für eine bessere Vereinbarkeit von Privatleben, Familie und Beruf zu schaffen. Wer hier zu spät kommt, den bestraft über kurz oder lang das Leben mit offenen Stellen und schlechten Bewertungen im Internet“, sagte Dr. Susanne Johna, Bundesvorstandsmitglied des Marburger Bundes, zum heutigen Weltfrauentag.

Als „grotesk“ wies Johna Überlegungen zurück, der steigenden Anzahl von Frauen im Medizinstudium durch eine Männerquote für Studienanfänger zu begegnen, wie sie vor einigen Tagen in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ gefordert wurde. „Es ist doch aberwitzig, genau in dem Moment eine 50 Prozent-Quote zu verlangen, in dem deutlich wird, dass mehr Frauen als Männer für das Medizinstudium zugelassen werden. Notwendig ist vielmehr eine Aufstockung der Gesamtzahl der Studienplätze, um mehr Bewerbern die Chance auf ein Studium zu geben."

Der Erfolg der Frauen scheine aber manchen altgedienten Herren den Blick dafür zu versperren, wo wirklich Änderungsbedarf bestehe. "Wir brauchen niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser, die verstehen, dass sie ihren angestellten Ärztinnen und Ärzten wieder mehr Zeit geben müssen – zur individuellen Planung, zur Weiterbildung und zur Patientenversorgung“, forderte Johna.

Pressemitteilung MB Bundesverband

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