Marburger Bund fordert mehr Studienplätze und bessere Auswahlverfahren

Pressemitteilung

Am Donnerstag und Freitag (14./15.6) tagt die Kultusministerkonferenz (KMK) in Erfurt. Die KMK-AG "Staatsvertrag Hochschulzulassung" ist beauftragt, in dieser Sitzung die Eckpunkte für ein neues Zulassungsverfahren zum Medizinstudium vorzustellen, um die vom Bundesverfassungsgericht gesetzte Frist einzuhalten. Das Bundesverfassungsgericht hatte in seinem Urteil zur Studienplatzvergabe im Fach Humanmedizin darauf hingewiesen, dass gerade die Tätigkeit als Arzt Anforderungen stelle, die nicht allein über allgemein intellektuelle Fähigkeiten abgebildet werden könnten.

„Neben der Abiturnote müssen deshalb andere Kriterien ein deutlich höheres Gewicht bekommen. Denn Ärztinnen und Ärzte brauchen eine breite Mischung an Kompetenzen“, sagt Dr. Susanne Johna, Landesverbandsvorsitzende des MB Hessen. Dies müsse sich deshalb auch im Auswahlverfahren der Universitäten widerspiegeln, die insofern dringend verbessert werden müssen.

Im bisherigen Auswahlverfahren, beispielsweise bei Interviews erfolgt die Vorselektion nach Abiturnote, weshalb auch diese Interviews einem harten Numerus Clausus unterliegen. Zudem führen die von den Fakultäten in Eigenregie durchgeführten Verfahren regelmäßig zu Problemen: Zurzeit durchlaufen Bewerber an mehreren Standorten Vor-Ort-Verfahren. Oft erhalten Sie dann von verschiedenen Fakultäten Studienplatzangebote, von denen sie nur eines annehmen können. Kandidaten mehrfach durch Assessment-Center zu prüfen ist Zeit- und Ressourcenverschwendung „Wir fordern deshalb, eine Zentralisierung von Assessment-Centern deren Ergebnisse an allen Fakultäten Gültigkeit haben sollten“, sagt Johna.

„Wir fordern zudem die hessischen Vertreter in der Kultusministerkonferenz auf, das eigentliche Problem anzugehen. Die Länder stellen seit vielen Jahren zu wenige Medizinstudienplätze zur Verfügung. Die Landesregierungen müssen die hierfür erforderlichen finanziellen Mittel bereitstellen“ sagt Johna.

Eine Landarztquote einzuführen, wie es jetzt das Land NRW beschlossen hat, löst das Problem nicht, denn der Ärztemangel besteht nicht nur auf dem Land, sondern ist mittlerweile in allen Facharztgruppen angekommen. Auch in Kliniken können schon jetzt Stellen nicht mehr besetzt werden.

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