Rudolf Henke: „Wir werden weiter Tarifverträge schließen“

Der Marburger Bund wird weiter Tarifverträge für angestellte Ärztinnen und Ärzte schließen, bekräftigt Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes, im Interview mit dem „Deutschen Ärzteblatt“. Wichtig für den MB sei, dass nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts die Betroffenen in gewissem Maße selbst entscheiden können, ob der Tarifvertrag der Mehrheitsgewerkschaft den der Minderheitsgewerkschaft in einem Betrieb verdrängt. Allerdings müssten sich darauf alle betroffenen Tarifvertragsparteien einigen.

Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes
Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes

„Wir wollen jetzt mit der Gewerkschaft Verdi klären, ob sie prinzipiell dazu bereit ist, auf die Verdrängung zu verzichten“, kündigte Henke an. „Vom Ergebnis hängt ab, ob wir künftig eigenständig Mehrheiten in den Betrieben anstreben müssen.“

Zwar seien auch die Arbeitgeber an der Entscheidung über den Verzicht auf Anwendung des Gesetzes zu beteiligen. „Die Frage ist aber Teil der Tarifverhandlungen und kann zum Gegenstand von Arbeitskämpfen werden“, betonte Henke. Außerdem habe das Gericht klargestellt, dass das Streikrecht ein genuiner Bestandteil der gewerkschaftlichen Betätigung sei und auch für die Minderheitsgewerkschaft gelte.

Interview-Wortlaut

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